Merkmale guter Schulen? – Worin unterscheiden sich gute Schulen von weniger guten und an welchen Merkmalen kann man gute Schulen erkennen?
Gesucht werden „harte“ Kriterien, die relativ einfach erfassbar sind (z.B. Lehrer:in-Schüler:in-Relation, Klassengrößen, Ressourcen). Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit waren eher enttäuschend. Statt harter, politisch manipulierbarer Kriterien werden fast durchwegs „weiche“ Qualitätskriterien gefunden, d.h. Kriterien, die nur schwer quantitativ fassbar sind und eher „atmosphärischen“ Charakter haben.
Der neuerliche Lockdown dürfte Schule (beim Homeschooling) doch nicht auf dem falschen Fuß erwischen. Alles schon erlebt. Etwas daraus gelernt?
Homeschooling gelingt dann, wenn
es eine klare Infrastruktur gibt (WLAN, Plattform, digitale Devices),
eine nachvollziehbare Zeitstruktur geschaffen wird (Wochenpläne, damit zu Hause eine Tagesstruktur entwickelt werden kann und Ansprechzeiten für LehrerInnen definiert sind),
über Distance Learning eine Beziehungskultur aufgebaut wird (E-Mail, Telefon, SMA, Chats, Videokonferenzen, virtuelle Teamarbeit, Feedback mit SchülerInnen und Eltern),
der digitale Unterricht so gestaltet wird, dass viel Eigenanteil (aus der Lebenswelt der SchülerInnen), Kreativität, Recherche und Gruppenarbeit möglich wird und
Lernplattformen und Blended Learning helfen in jedem Fall, nicht nur bei einem Schul-Lockdown. Dieser Blog zeigt, welche Plattformen an Schulen gut einsetzbar sind:
Die Schulschließung war ein Glücksfall für das Schulwesen und für das Nachdenken über Bildung. Noch nie wurde das bisherige Schulsystem so in den Grundfesten erschüttert, noch nie wurde so schnell auf Veränderungen reagiert, noch nie zeigte sich so offensichtlich, wie viele SchülerInnen aus dem System fallen können.
Die meisten Veränderungen und damit meine ich die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen, umweltbedingten u.a. werden von uns kaum zur Kenntnis genommen. Sie verändern nicht knallartig unsere Lebenssituation, sie sind schleichend unterwegs und geben uns jede Chance der Verdrängung.
Haben wir es verlernt, uns Gedanken und Vorstellungen zu machen, was auf uns zukommt? Könnten wir auf Veränderungen nicht dann besser reagieren, aber vor allem agieren? Die tiefgreifenden Transformationsprozesse in unserer Gesellschaft stellen unsere bisherigen Vorstellungen von Erziehung und Bildung grundsätzlich in Frage.
Reduzieren wir diesen Satz nicht auf die einfache Formel: Mit der Digitalisierung schaffen wir es. Nein es geht um die große Freiheit, die wir heute haben: ETWAS ZU LERNEN, ETWAS ZU LESEN, ZU MUSIZIEREN, ZU MALEN, ja auch sich mit Mathematik, Biologie u.a. ZU BEFASSEN. Diese Freiheit haben wird in unserem Kulturkreis, da Hunger, Not, Elend, Kinderarbeit, Krankheit und andere Bedrohungen großteils überwunden sind. Nicht für Alle, nicht überall auf der Welt.
Was ist zu tun?
Veränderungen wahrnehmen
Die eigenen Vorstellungen hinterfragen und verändern
Loslassen, wenn Lösungen längst nicht mehr funktionieren. Das erfordert das Erkennen.
Mit dem Erkennen ist ein Schritt gelungen. Dem muss das Verstehen folgen. Jede Veränderung greift nur dann, wenn man davon berührt wird. Der Mensch ist kein Objekt, der motiviert werden muss – dann wird er nur in dem Sinn ‚hingebogen‘ wie wir ihn haben wollen. Das mögen erfolgreiche Menschen – erfolgreiche SchülerInnen werden. Ist das ein gelingendes Leben, eine gelingende Schullaufbahn?
Jetzt wird es aber noch ein wenig schwieriger: Das Neue muss sich bewähren, indem es attraktiver, leichter und zufriedenstellender sein soll. Nicht das Tempo der Veränderung entscheidet, nein die Akzeptanz in uns, das Neue anzunehmen.
Erfüllt unser Bildungssystem diese 3 Schlüsselbegriffe?
VERSTEHEN: Wir müssen es verstehen – den Sinn erkennen,
BEWÄLTIGEN: Es bewältigen können und
BEDEUTSAM: Es muss bedeutsam sein.
Erneut stehen wir davor, dass die bloße Aneignung kognitiver Interessen kein gelingendes Leben, vielleicht eine schöne Karriere ermöglichen. Lernende brauchen einen inneren Kompass. Unser Bildungssystem baut auf Aufbewahrung, auf Ausstattung mit Fähigkeiten zur Verwertbarkeit, reiner Vermittlung von Wissen im Unterricht, verknüpft mit Leistungskontrollen und der Sortierung nach Abschlüssen auf.
Wäre es nicht gelingender, Lernende darin zu begleiten, dass sie das Wissen und Können erwerben, das sie einmal für Teilhabe in Beruf, Familie, Freizeit, Wirtschaft und Demokratie benötigen? Dazu brauchen wir echte LernbegleiterInnen, die von der Bewertung (Leistungskontrolle) befreit sind.
Das können unabhängige Instanzen lösen. Beispiele dazu gibt es dutzendweise: Kein Fahrlehrer, kein Werkmeister, kein Seminarleiter, kein … prüft. So schaffen auch SchulversagerInnen den Führerschein – paradox?
Was in der Erwachsenenwelt, bei Hobbies, in Vereinen u.a. gilt, kann doch auf Schule und Ausbildung transformiert werden: Es muss nicht alles für alle gleich sein. Es reicht oft aus, jungen Menschen, dort wo sie wohnen, Gelegenheit zu geben, nicht nur in der Theorie, sondern im praktischen eigenen Tun zu lernen, wie das Leben geht.
100 Blogs bei ConnectedKids
Ich komme nochmals auf die sogenannte Digitalisierung zurück. Im Rahmen des Projekts „ConnectedKids“ konnten auf viele Fragen der Schulen in der Zeit der Schulschließung durch die ‚100 Blogs‘ beantwortet oder zumindest die Richtung vorgegeben werden. Jeder Blog trägt dazu bei, eine Frage, eine Unsicherheit, eine Neugierde, eine Innovation – fokussiert auf die fragende Person – zu beschreiben. Und viele andere, die darauf zugreifen, entscheiden selbst, ob der Inhalt für sie relevant ist. Lernen als Angebot. Das sogenannte Digitale als Angebot. DAS NENNE ICH Freiheit des Lernens. Die große Chance der Schulschließung.
ConnectedKids ist eine Initiative von Magenta in Kooperation mit einem PädagogInnen-Team unter meiner Projektleitung.
Die Begriffe „achtsam“ und
„Achtsamkeit“ möchte ich hier für mich definieren als eine Freude am eigenen
Spüren und Tun, als eine Hingabe und Konzentration auf den gegenwärtigen
Augenblick verbunden mit einer großen Dankbarkeit für das, was einem die
Gegenwart schenkt.
Daraus können Empathie und
Weiterentwicklung entstehen, da kann sich Kreativität ihren rechtmäßigen Platz
verschaffen und Verantwortung für sich und für andere bekommt hier Raum und
Achtung.
Achtsamkeitspraxis nährt für mich die Fähigkeit, sich dem Augenblick hinzugeben. Statt Motivationen, die einer vermeintlichen Macht dienen und negativen Impulsen, über die täglich in den Medien berichtet wird, pflegt Achtsamkeitspraxis Wohlwollen und Mitgefühl.
Erwin Wagenhofer beschreibt es in
seinem Buch „Alphabet“ in Annährung an den Begriff „Achtsamkeit“ für mich sehr
treffend: „Die Zeit ist reif für eine Veränderung unserer Denkweise. Dafür
werden wir neue Ideen erfinden und neue Begriffe formulieren. Statt „Erziehung“
kann „Beziehung, statt „Profit“ kann „Wert“, statt „Angst“ kann „Liebe“ stehen.
Was jetzt ansteht, sind also nicht neue Buchstaben, sondern ein neues
Haltungsalphabet“ (Wagenhofer, 2013, Klappentext).
Soll-Analyse zur Zielfindung – Was hat WERT in der Schule? 66 Aussagen zur „guten Schule“. Sie sind geeignet, die Reflexion und eine Entscheidungsfindung auf den Weg zu bringen. Damit die Diskussion möglichst strukturiert verläuft, werden die Hinweise auf einzelnen Kärtchen präsentiert und im Laufe der Diskussion in eine Prioritätenreihung gebracht. Sie sind hier so zusammengestellt, dass sie zur leichteren Handhabung ausgeschnitten werden können.
Eine zweistündige Sitzung im Jänner, das war es für das erste Schulhalbjahr. Dann verabschiedete man sich in die wohlverdienten Semesterferien. Nächster Sitzungstermin im März. Die neue Schulreformkommission hat in rasantem Tempo ihre Arbeit aufgenommen. Aber halt, da war doch noch etwas: Die Unterrichtsministerin mit ihrem Stab auf Schulbesuch in den Niederlanden. Das könnte doch auch etwas bedeuten.
Die neue Schulreformkommission kommt ohne Experten aus.Gewichtig ist sie: vier Minister, vier Landeshauptmänner. Von der Sache her ist daher nichts besonders Neues zu erwarten. Landeshauptmann Pröll hat sich auch geoutet: Im Interview im Standard (26.1.2015) hat er gar nicht in Anspruch genommen. ein hervorragender Pädagoge zu sein. Es gehr also nicht um Schulentwicklung, sondern endlich um schulpolitische Entscheidungen in den ausreichend diskutierten, vielfach auch versuchsweise probierten und evaluierten Sachbereichen und Problemfeldern. Vier Problembereiche stehen im Vordergrund: Schulverwaltung, Schulautonomie, Schulorganisation und Schulpflicht.
→ Weiterlesen in den Bildungspolitischen Nachrichten der BPAG – Bildungspolitische Arbeitsgemeinschaft. Link: http://www.bpag.at/
Sozial benachteiligte Eltern fühlen sich von der Schule übergangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Erziehungswissenschafterin Maria Wolf (Uni Innsbruck), für die sie Einzel- und Gruppeninterviews mit sozioökonomisch oder vom Bildungsverlauf benachteiligten Eltern geführt hat. Bei der Unterstützung für die Kinder gebe es zudem eine deutliche Kluft zwischen Stadt und Land.
„Ein roter Faden durchziehe dabei die Berichte, schreibt Wolf in einer Broschüre zum Thema: ‚Eltern haben in der Schule ‚nichts zu sagen‘, obwohl sie von der Schule ständig eingeladen werden ‚zu sprechen‘ und die Schule täglich Gesprächsthema zwischen Eltern und Kindern ist.‘ “
Lesen Sie dazu die Artikel „Sozial Schwache fühlen sich von Schule übergangen“
Tatort: Klusemannstraße, mehr als 800 Schüler und Schülerinnen im Alter von zehn bis 18 Jahren, rund 100 Lehrer und Lehrerinnen unterrichten hier an der sogenannten Neuen Mittelschule – zugleich auch Gymnasium und Realgymnasium.
„Er (Klaus Tasch, Direktor) hat die Unterrichtsstunden um fünf Minuten verkürzt und dafür verpflichtende Stunden zur Planung des Teamteaching eingeführt. Er managt seine Schule nach der Überzeugung, dass Angst und Pflichterfüllung kein guter Antrieb sind und dass es sich unsere Gesellschaft weder moralisch noch ökonomisch leisten kann, Kinder durch zu frühe Selektion im Nichts stranden zu lassen.
Er hat für jedes Kind ein Stärkenprofil eingeführt und gesehen, dass es manchen Kindern ziemlich schwer fällt, stolz zu sein auf das, was sie können.“
Quelle: „profil“ Nr. 08/2014 vom 17.02.2014, Seite: 28,29, Christa Zöchling
Zusätzlich lesenwwert: Neue Mittelschule: Warum sie scheitern musste
Ein interessanter Vergleich mit Österreich. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde im Sekretariat der Kultusministerkonferenz die aktuelle Ländervergleichsstudie in Mathematik und Naturwissenschaften, SEK I, des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) vorgestellt. Die Ländervergleiche des IQB sind an die Stelle der PISA-Ergänzungsstudien (PISA-E) getreten. Während in PISA die Fünfzehnjährigen die Zielpopulation darstellen, untersucht das IQB die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der neunten Jahrgangsstufe.
Anhand einer repräsentativen Stichprobe wurde in der aktuellen Vergleichsstudie überprüft, inwieweit die Bildungsstandards in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik in den 16 Ländern erreicht werden.