Leadership for Learning

Die Kompetenz „In der Welt handeln“ (Acting in the world) wird in den Quellen als die zentrale Kompetenz innerhalb des Rahmens für menschliches Gedeihen (Human Flourishing) beschrieben.

Sie umfasst im Wesentlichen drei Aspekte:

  • Die Fähigkeit, den eigenen Sinn oder Zweck (Purpose) zu finden.
  • Die Fähigkeit, die eigene Absicht (Intent) zu identifizieren.
  • Die Fähigkeit, aktiv Tätigkeiten zu unternehmen.

Hier sind weitere wichtige Details zu dieser Kompetenz:

  • Zusammenspiel mit anderen Kompetenzen: Um erfolgreich in der Welt handeln zu können, greift ein Individuum auf zwei weitere Kompetenzen zurück: adaptives Problemlösen und ethische Kompetenz.
  • Sinnstiftung: Gemeinsam mit dem „Verstehen der Welt“ und dem „Wertschätzen der Welt“ gehört das „Handeln in der Welt“ zu den drei Kompetenzen, die es Menschen ermöglichen, Sinn in ihrem Leben zu finden.
  • Menschliche Handlungsfähigkeit (Agency): Diese Kompetenz ist eng mit dem Konzept der „Agency“ verknüpft. Sie soll die nächste Generation dazu befähigen, trotz globaler Krisen neue gesellschaftliche, wirtschaftliche und organisatorische Modelle zu entwerfen und umzusetzen.
  • Anspruchsniveau: Es handelt sich nicht um eine „weiche“ Fähigkeit, sondern um eine strenge und anspruchsvolle Kompetenz, die auf grundlegenden Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten aufbaut, diese jedoch erweitert, um ein Leben voller Erfüllung zu ermöglichen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „In der Welt handeln“ das Bindeglied zwischen innerer Absicht und äußerer Wirkung ist, welches den Menschen befähigt, als aktiver Gestalter seiner Umwelt und seiner Bildung aufzutreten.


Viktor Frankl

Viktor Frankl

Der Schlüsselbegriff ist „Presencing“. Was ist das? (U-Theorie C.Otto Scharmer)

Presencing (sensing, erspüren, presence, gegenwärtigen) heißt, zukünftiges Potenzial erspüren. Führungskräfte stoßen heute immer mehr auf Situationen, wo die Lösung der Vergangenheit nicht mehr greift.

Die Zukunft erspüren ist nicht ganz einfach.

Es geht darum, nicht von Annahmen aus der Vergangenheit auszugehen. Es gibt Techniken, mit denen man dieses Erspüren verfeinern kann, indem man es übt. Das ist wie bei einem Instrument.

Umgelegt auf die Bildungspolitik heißt das: Nicht nur die Vermittlung bestehenden Wissens ist wichtig, SchülerInnen müssen soziale, kommunikative Kompetenzen erwerben. Auch die Selbstführungskompetenz, ein Muss für alle Karrierewege. Die SchülerInnen müssen selbst in Innovationsprozesse hinein, gestalterisch tätig werden. Sie müssen sich als Handelnde erleben. Sie müssen die Kernkompetenzen entwickeln, die in der heutigen Welt der Ökonomie gefragt sind.

  • Presencing basiert auf einem inneren Ortswechsel.
  • Presencing heißt: die Wahrnehmung aus dem Gefängnis der Vergangenheit zu befreien und sie aus der Zukunft operieren zu lassen.
    Das heißt sie buchstäblich an den Ort zu verlagern, von dem aus die Wahrnehmung operiert, an einen anderen Ort. Presencing heißt praktisch, sich auf eine sehr reale Weise mit der „höchsten Zukunftsmöglichkeit“ zu verbinden und sie in die Gegenwart bringen.
  • Presencing ist immer dann relevant, wenn die vergangenheitsgetriebene Realität nichts mehr weiterbringt und das Gefühl entsteht, ganz neu ansetzen zu müssen.
  • Presencing ist die Fähigkeit, aus der Zukunft zu handeln. D.h., in die Zukunft vorzufühlen derart, dass das gegenwärtige Tun aus der Zukunft inspiriert wird.

Welche Kernkompetenzen sind notwendig?


Leadership for Learning
Leadership for Learning

Erstens das Schärfen der Wahrnehmungskompetenz. Schon SchülerInnen müssen Weltmeister im Beobachten werden.

Die Grundlage jeder Kreativität ist

  • die scharfe Beobachtung,
  • das emphatische Zuhören (in der Netzwerkgesellschaft essenziell),
  • die Kraft der eigenen Intention, die neue Möglichkeiten anzieht. Bei den meisten innovativen Projekten sind wenige Leute, die zu hundert Prozent am gleichen Strang ziehen. Fünf Leute können die Welt verändern.
  • Und dann noch das Erkunden einer zukünftigen Möglichkeit, indem man etwas tut.

“To fail early to learn quickly. Ganz früh scheitern, um ganz schnell davon zu lernen.“