Schlagwort: Bildung

  • Das Ende der Schulschließung – Start einer gelingenden Schule? (nach der Pandemie)

    Das Ende der Schulschließung – Start einer gelingenden Schule? (nach der Pandemie)

    Die Schulschließung war ein Glücksfall für das Schulwesen und für das Nachdenken über Bildung. Noch nie wurde das bisherige Schulsystem so in den Grundfesten erschüttert, noch nie wurde so schnell auf Veränderungen reagiert, noch nie zeigte sich so offensichtlich, wie viele SchülerInnen aus dem System fallen können.

    Die meisten Veränderungen und damit meine ich die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen, umweltbedingten u.a. werden von uns kaum zur Kenntnis genommen. Sie verändern nicht knallartig unsere Lebenssituation, sie sind schleichend unterwegs und geben uns jede Chance der Verdrängung.

    Haben wir es verlernt, uns Gedanken und Vorstellungen zu machen, was auf uns zukommt? Könnten wir auf Veränderungen nicht dann besser reagieren, aber vor allem agieren? Die tiefgreifenden Transformationsprozesse in unserer Gesellschaft stellen unsere bisherigen Vorstellungen von Erziehung und Bildung grundsätzlich in Frage.

    Reduzieren wir diesen Satz nicht auf die einfache Formel: Mit der Digitalisierung schaffen wir es. Nein es geht um die große Freiheit, die wir heute haben: ETWAS ZU LERNEN, ETWAS ZU LESEN, ZU MUSIZIEREN, ZU MALEN, ja auch sich mit Mathematik, Biologie u.a. ZU BEFASSEN. Diese Freiheit haben wird in unserem Kulturkreis, da Hunger, Not, Elend, Kinderarbeit, Krankheit und andere Bedrohungen großteils überwunden sind. Nicht für Alle, nicht überall auf der Welt.

    Was ist zu tun?

    • Veränderungen wahrnehmen
    • Die eigenen Vorstellungen hinterfragen und verändern
    • Loslassen, wenn Lösungen längst nicht mehr funktionieren. Das erfordert das Erkennen.
    • Mit dem Erkennen ist ein Schritt gelungen. Dem muss das Verstehen folgen. Jede Veränderung greift nur dann, wenn man davon berührt wird. Der Mensch ist kein Objekt, der motiviert werden muss – dann wird er nur in dem Sinn ‚hingebogen‘ wie wir ihn haben wollen. Das mögen erfolgreiche Menschen – erfolgreiche SchülerInnen werden. Ist das ein gelingendes Leben, eine gelingende Schullaufbahn?
    • Jetzt wird es aber noch ein wenig schwieriger: Das Neue muss sich bewähren, indem es attraktiver, leichter und zufriedenstellender sein soll. Nicht das Tempo der Veränderung entscheidet, nein die Akzeptanz in uns, das Neue anzunehmen.

    Erfüllt unser Bildungssystem diese 3 Schlüsselbegriffe?

    • VERSTEHEN: Wir müssen es verstehen – den Sinn erkennen,
    • BEWÄLTIGEN: Es bewältigen können und
    • BEDEUTSAM: Es muss bedeutsam sein.

    Erneut stehen wir davor, dass die bloße Aneignung kognitiver Interessen kein gelingendes Leben, vielleicht eine schöne Karriere ermöglichen. Lernende brauchen einen inneren Kompass. Unser Bildungssystem baut auf Aufbewahrung, auf Ausstattung mit Fähigkeiten zur Verwertbarkeit, reiner Vermittlung von Wissen im Unterricht, verknüpft mit Leistungskontrollen und der Sortierung nach Abschlüssen auf.

    Wäre es nicht gelingender, Lernende darin zu begleiten, dass sie das Wissen und Können erwerben, das sie einmal für Teilhabe in Beruf, Familie, Freizeit, Wirtschaft und Demokratie benötigen? Dazu brauchen wir echte LernbegleiterInnen, die von der Bewertung (Leistungskontrolle) befreit sind.

    Das können unabhängige Instanzen lösen. Beispiele dazu gibt es dutzendweise: Kein Fahrlehrer, kein Werkmeister, kein Seminarleiter, kein … prüft. So schaffen auch SchulversagerInnen den Führerschein – paradox?

    Was in der Erwachsenenwelt, bei Hobbies, in Vereinen u.a. gilt, kann doch auf Schule und Ausbildung transformiert werden: Es muss nicht alles für alle gleich sein. Es reicht oft aus, jungen Menschen, dort wo sie wohnen, Gelegenheit zu geben, nicht nur in der Theorie, sondern im praktischen eigenen Tun zu lernen, wie das Leben geht.

    100 Blogs bei ConnectedKids

    Ich komme nochmals auf die sogenannte Digitalisierung zurück. Im Rahmen des Projekts „ConnectedKids“ konnten auf viele Fragen der Schulen in der Zeit der Schulschließung durch die ‚100 Blogs‘ beantwortet oder zumindest die Richtung vorgegeben werden. Jeder Blog trägt dazu bei, eine Frage, eine Unsicherheit, eine Neugierde, eine Innovation – fokussiert auf die fragende Person – zu beschreiben. Und viele andere, die darauf zugreifen, entscheiden selbst, ob der Inhalt für sie relevant ist. Lernen als Angebot. Das sogenannte Digitale als Angebot. DAS NENNE ICH Freiheit des Lernens. Die große Chance der Schulschließung.

    ConnectedKids ist eine Initiative von Magenta in Kooperation mit einem PädagogInnen-Team unter meiner Projektleitung.

  • Der RICHTIGE Weg: Tertiäre Ausbildung für alle Kindergartenpädagog/innen (das war 2013)

    REFORM- UND HANDLUNGSVORSCHLÄGE der IV- Industriellen Vereinigung

    In dem Grundsatzpapier „Bildung und Integration“ zeigt die IV Lösungsschritte heraus aius der bildungspolitischen Pattsituation und gibt der ELEMENTARPÄDAGOGIK (Kinderarten) jene Wertschätzung, die in ihren positiven Auswirkungen wegweisend für die österreichische Gesellschaft sein kann.

    Zahlreiche Studien, aber auch das „Bauchgefühl“ von Menschen wissen, dass alle Bildung im frühesten Kindesalter – auch kompensatorisch für benachteiligte Bildungsschichten – angelegt wird.

    Hier die Reform- und Handlungsvorschläge (zitiert aus „Bildung und Integration. Der Beitrag von Bildung zu erfolgreicher Integration“, präsentiert am 04.07.2013.)

    • Bereinigung der Kompetenzen im Elementarbereich: Kindergärten erfüllen einen Bildungsauftrag. Dies ist in entsprechender Form bei der Kompetenzverteilung zu berücksichtigen. Der Bundesebene (Bildungsressort) muss dabei künftig besondere Bedeutung zukommen.
    • Tertiäre Ausbildung für alle Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen: Mittelfristig muss die Ausbildung für alle Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen verpflichtend tertiär erfolgen. Dies entspricht nicht nur dem internationalen Standard sondern auch dem Prinzip der Gleichwertigkeit aller pädagogischen Berufe. So wird sichergestellt, dass künftige Elementarpädagoginnen und -pädagogen mit dem nötigen Rüstzeug ausgestattet werden, um auf die gesellschaftlichen Herausforderungen, besonderen Bedürfnisse und Unterschiede der Kinder (ob mit oder ohne Zuwanderungsgeschichte) be­reits im Kindergarten entsprechend eingehen zu können. Dies betrifft vor allem auch den Spracherwerb und die Sprachförderung in der Bildungssprache Deutsch.
    • Verschränkung BAKIP“ — PH: Bis die Voraussetzungen für eine verpflichtende tertiäre Ausbildung ge­schaffen sind, soll irr Rahmen von Übergangs- und Kooperationsmodellen die BAKIP-Ausbildung eng mit den Pädagogischen Hochschulen verschränkt werden. Außerdem sollen die in der neuen Studien­architektur eingeräumten Möglichkeiten für tertiäre Studienangebote genutzt werden. Eine sogenannte „2-Klassenpädagogik“ ist dabei jedenfalls zu verhindern.
    • Kindergartenassistentinnen bzw. -assistenten und Kindergruppenbetreuerinnen und -betreuer: Aufwertung des Berufsbildes der Kindergartenassistentinnen bzw. -assistenten und Kindergruppen­betreuerinnen bzw. -betreuer durch eine Aufwertung und Weiterentwicklung der Ausbildung (derzeit Lehrgänge von 3 bzw. 5 Wochen)
    • Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen mit Migrationshintergrund: Ausbildung und vermehrter Einsatz mehrsprachiger bzw. interkulturell geschulter Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen mit oder ohne Zuwanderungsgeschichte.
    • 2. verpflichtendes Kindergartenjahr: Einführung eines verpflichtenden, gebührenfreien Kindergarten­jahres für alle Kinder ab dem 4. Lebensjahr.
    • Startschulahr: Umbau des letzten, verpflichtenden Kindergartenjahres in ein sogenanntes Startschuljahr mit vorschulähnlichem Charakter und altersgerechter Pädagogik zum weiteren Ausbau der sprachlichen, kommunikativen und sozialen Fähigkeiten sowie zur besseren Vorbereitung auf die Grundstufe.
    • Verbesserung der Übergänge Kindergarten — Volksschule: Eine Stärkung der Zusammenarbeit auf institutioneller Ebene ist dafür ebenso notwendig wie ein begleiteter Übergang jedes einzelnen Kindes. Dazu bedarf es der Verankerung klar definierter Strukturen für einen Austausch zwischen den Kinder­gartenpädagoginnen bzw. -pädagogen und Lehrpersonen unter gleichwertiger Einbeziehung beider betroffenen Institutionen. Kindergartenpädagoginnen bzw. -pädagogen sollen künftig auch in Schul­reifeentscheidungen miteinbezogen werden.
    • Österreichweit einheitliche gesetzliche Standards für die Arbeit von Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen (Bundesrahmengesetz): Ziel muss die Schaffung einheitlicher Arbeitsbedingungen für Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen in ganz Österreich auf höchstem Niveau sein. Eine faire, leistungsgerechte und tätigkeitsorientierte Entlohnung ist ein wesentliches Element dafür.
    • Österreichweit einheitliche gesetzliche Standards für die Qualitätsoptimierung und -sicherung (Bundesrahmengesetz): Ziel muss die Schaffung einheitlicher gesetzlicher Standards für die Rahmen­bedingungen in den Kindergärten sein. Konkret bedeutet dies Reduzierung der Anzahl der Kinder pro Gruppe (nach internationalen wissenschaftlichen Empfehlungen), Erhöhung der zur Verfügung gestellten Quadratmeter, Mindeststandards bei der Ausstattung der Kindergärten (von der Architek­tur/Raumgestaltung bis zum Bildungsmaterial) sowie Zeitressourcen für den direkten Kontakt zu den Eltern (Beratung, Informationsaustausch etc.) und flexible Öffnungszeiten.
    • Ausbau und Optimierung weiterer Kindergartenplätze (vor allem für Kleinkinder): Hohe Qualitäts­standards und die Ausrichtung an den Interessen der Eltern (flächendeckend und mit erwerbsfreundli­chen Öffnungszeiten) sind dabei wesentliche Kriterien.
    • Schaffung zusätzlicher Angebote betriebseigener oder überbetrieblicher Kindergartenplätze: Ins­besondere für Kleinkinder unter drei Jahren besteht ein hoher Bedarf an vereinbarkeitsfreundlicher Kinderbetreuung. Durch die Einrichtung eines eigenen Betriebskindergartens ersparen sich Mütter und Väter im Unternehmen viel Zeit und sind flexibler einsetzbar
  • Bildung auf einen Blick 2013 – OECD (Education at a Glance)

    Der (jährliche) Bericht 2013 der OECD stellt Österreich gute Zensuren im Bildungsbereich aus.

     

    Download: Education at a Glance

    Bildnachweis: Education at a Glance 2013 (http://www.fair-news.de/pics/b_770/776007.jpg)

    „Der Bildungsstand der Bevölkerung in Österreich ist laut der am Dienstag präsentierten OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2013“ (Education at a Glance) zwar grundsätzlich hoch – Aufholbedarf gibt es aber nach wie vor bei der Akademikerquote. Demnach haben 82 Prozent der Österreicher im Erwerbsalter mindestens einen Abschluss der Sekundarstufe II (z.B. Matura oder Lehre), im OECD-Vergleich sind es nur 74 Prozent. Bei der tertiären Bildung sieht es schlechter aus: Nur 19 Prozent der Österreicher im Alter von 25 bis 64 Jahren verfügen über einen Hochschulabschluss, in der OECD sind es 32 Prozent. Und auch in Zukunft werden in Österreich weniger junge Menschen eine Hochschule abschließen als im internationalen Vergleich. (mehr …)