Leadership im Bildungswesen

Die Zukunft braucht nicht unsere Angst,
sondern unsere Hoffnung,
nicht unsere Resignation,
sondern unseren vernünftigen Optimismus,
nicht unsere Gleichgültigkeit,
sondern unsere produktive Neugier.
(unbekannt)

Ist die Luft draußen oder liegt ETWAS IN DER LUFT? In der europäischen, aber auch österreichischen Bildungslandschaft beginnen LehrerInnen ihre Schulen umzubauen. LehrerInnen, vermehrt Eltern, an manchen Schulen auch SchülerInnen glauben nicht mehr an zentrale Reformschübe und wollen nicht länger auf bessere Zeiten warten.
Europaweit gründen ungewöhnliche Bündnisse von Kirchen oder Unternehmen Schulen, folgen verwandten pädagogischen Ideen (meist aus der Reformpädagogik) und gehen doch eigene Wege. Fast alle Erneuerungen setzen auf Leitbilder, Leitsätze, Schulprogramme und Schwerpunktbildungen. Diese Umgründungen, Neugründungen und die vielen kleinen Schritte setzen auf das Lernen in Projekten, auf Wissensmanagement und auf konstruktivistisch, systemische Denkrichtungen. Dabei wird das Wissen zusammengeführt, werden Erfahrungen gemacht und die Initiative zum Handeln zurück gewonnen. Schulen folgen auf diesem Weg dem Gedanken der Differenzierung, der Individualisierung, setzen auf Offenes Lernen, Freiarbeit, Lernbüros, altersheterogene Klassen, alternative Leistungsbeurteilung u.a.m.
Lernen erfolgt nicht mehr im Gleichschritt weil die Verschiedenheit der SchülerInnen ein anregenderes und wirksameres Lernmilieu hervor bringt. Belehrung verliert an diesen Schulen seine Dominanz. Das Eingehen auf Bedürfnisse der einzelnen SchülerInnen, eine dynamische Förder- und Forderkultur tritt an seine Stelle. Dieses Umdenken ist an allen Nahtstellen, vom Kindergarten an, feststellbar.

• Tipp für Schulleitungen: Klimawandel in der Bildungslandschaft nützen

Das politisch-gesellschaftliche Klima ist günstig. Als Auslöser für Schulenwicklungsprozesse wirken in der Praxis interne und externe Faktoren. Der Übergang von einer belehrten zur lernenden Gesellschaft, zur Wissensgesellschaft findet statt. Schlagworte wie Kreativität, lernenden Organisationen, Kompetenzen – besonders Problemlösekompetenzen -, Teamarbeit, Wissensarbeit u.a. sind längst keine Worthülsen mehr, dafür aber integrativer Bestandteil der neuen Denkart an Schulen.
An dieser Schwelle sind neue mentale Modelle – Musterwechsel – notwendig, die aus „eher passiven Wesen“ (SchülerInnen als Konsumenten) „engagierte, eigenverantwortlich handelnde, selbstständige Wesen“ (SchülerInnen als „Produzenten“ des Lernens) machen. Vertrauen und das Versprechen an SchülerInnen, dass sie alle dazugehören, Integration bis Inklusion) und die Erwartung, dass in jedem etwas steckt, das sich herauszufordern und zu bilden lohnt, erweist sich als wirksamer als die alten schulischen Muster. Vertrauenskultur ersetzt Misstrauenskultur. Der Mensch und nicht das Fach steht im Mittelpunkt pädagogischer Bemühungen.
Vor dem Hintergrund empirischer Erfahrungen wirkt der Rückgang von Schülerzahlen als starker externer Druckfaktor. Auf der anderen Seite hat sich aber auch das pädagogische Ethos von LehrerInnen, den Unterricht zu verbessern, als wichtiger Motor erwiesen (vgl. Rauch 2003).

Wenn du glaubst, du schaffst es, dann schaffst du es.
Wenn du denkst, du schaffst es nicht,
wirst du Recht behalten.
(Muhammed Yunus, Nobelpreisträger, Grameen-Bank)